Arbeiten auf der Zwiebelfarm

Was heißt es eigentlich, auf einer Zwiebelfarm zu arbeiten?
Nun, es heißt eigentlich nichts weiter, als 10 stunden am Tag, sieben Tage die Woche (außer an Regentage) gebückt oder gekniet Zwiebeln aus der Erde zu reißen und Wurzel und Kopf zu beschneiden.

Wenn man sich erstmal an die ständige Bodenarbeit gewöhnt hat, ist der Job eigentlich gar nicht so schwer und manchmal macht es sogar viel Spaß. Besonders, weil die Farm-Supervisor (Aufpasser), von einem christlichen Verein sind und immer sehr nett zu einem sind und man sie auch 5x dasselbe fragen kann, wenn man es nicht versteht :D

Bezahlt wird man hier pro Bin. Das ist ein großer Plastikbehälter, den man nur mit Zwiebeln füllen muss. Pro Bin bekommen wir hier 40$. Normal schafft man 2-4 Bins am Tag, was schon ein gutes Einkommen ist, dafür, dass man eigentlich nichts dafür können muss!
Zunächst werden kleinere Wäschekörbe gefüllt, die man dann einzeln in den Bin umfüllt um nicht ständig zu laufen. In einen Wäschekorb passen ca. 120 Zwiebeln und um einen Bin zu füllen braucht man zwischen 25-30 Wäschekörbe. Das sind dann ca. 3000 Zwiebeln pro Bin. Im Durchschnitt schafft man 3 Bins pro Tag, was eine Gesamtmenge von 9000 Zwiebeln ergibt, die man jede einzelne in der Hand und beschnitten hatte.

Schwer ist die Arbeit wirklich nicht, sie geht nur nach einer Zeit auf den Rücken oder auf die Knie, je nachdem wie man arbeitet.
Ich habe mir eine Technik ausgedacht, bei der ich, so finde ich am besten bei wegkomme. Ich fülle 1/3 Wäschekorb im Stehen, setze mich dann hin, und fülle ihn mit den anderen 2/3. Dann geht's wieder im Stehen an den nächsten Wäschekorb. So steht und sitzt man abwechselnd; im Sitzen ist man jedoch erheblich schneller, daher 2/3 im Sitzen!

Ich habe mich hier mit einem Inder angefreundet, der schon einmal Zwiebeln geerntet hat und schon einige Tricks weiß. Er schafft an guten Tagen 5 Bins!
Ich versuche hier mindestens noch 3 Wochen zu bleiben, bis alle Felder Zwiebeln abgeerntet sind.
Danach fängt die Lemon Saison an; wenn ich dort auch eine gute Stelle finde, bleibe ich evtl. länger.

Das "Hostel" (es ist eher ein Campingplatz!) hier heißt Sugarbowl Caravanpark in Childers. Wenn jemand Interesse hat von den Leuten, die gerade auch hier in Australien Work&Travel machen, kann es sich echt lohnen hierher zu kommen. Die Besitzer kümmern sich hier wirklich darum, dass man einen Job bekommt und vermitteln einen so gut es geht. Ich habe auch schon sehr viel schlechtes von anderen Working Hostels gehört, die einen im Hostel hohe Gebühren zahlen lassen und sagen, sie werden vermittelt, bekommen aber auch nach 2 Wochen keinen Job! Sprich: Sie versuchen einen abzuzocken.
Man zahlt hier 157$/Woche, was wirklich günstig ist, vor allem, weil sie die Arbeit vermitteln und einen zum Feld auf dem man arbeitet fahren! Also eine gute und einfache Sache für diejenigen, die kein Auto haben!

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