Deutschen zurück, Party und noch mehr Deutsche

Da sind die ganzen Deutschen Mädchen letzte Woche abgereist, da erschrecken sie mich am Freitag, als sie plötzlich vor meiner Zimmertür standen und mich allesamt im Chorruf begrüßten!
Ich war erst leicht irritiert, warum sie sich nun doch wieder umentschieden haben. ursprüglich war geplant, dass sie alle zusammen bis nach Brisbane herunterfahren. Und nun sind sie wieder hier...

Es stellte sich heraus, dass Kerstin sich kurzer Hand um entschieden hat doch hier zu bleiben, weil sie auf die Arbeit angewiesen ist.
Gesagt, getan. Kerstin wurde "abgeliefert" und die restlichen drei sind wieder abgeflitzt um ihren Bulli in Brisbane pünktlich abzugeben.

An diesem Wochenende sind außerdem weitere Deutsche in meinem Nachbarzimmer angereist. Ich kann sie wirklich nicht mehr zählen, und dabei sind die Unterkunften hier auf dem Campingplatz wirklich nicht groß.

Aber es sind bestimmt ca. 20-30 Deutsche hier. In gewisser Hinsicht ist es vielleicht ganz cool mag man in Deutschland denken. Mittlerweile ist niemand mehr froh, wenn er wieder auf jemanden deutschen trift, mit dem er sich in seiner Landessprache unterhalten kann. Die meisten sind hier, um ihr Englisch aufzubessern, was nicht funktioniert, wenn man nur deutsch miteinander spricht.
Da es aber meistens dazu kommt, dass man mindestens noch eine andere Nationalität am Tisch sitzen hat, wenn man isst oder abends zusammen ist, reden wir natürlich alle englisch miteinander. Das ist nur fair gegenüber den Jenigen, die deutsch nicht verstehen. So handhaben es aber auch alle anderen Bewohner hier. Die Sprache Australiens ist nun einmal Englisch, darum versucht man auch so viel wie möglich miteinander auf englisch zu kommunizieren, auch wenn man mit einem deutschen redet.
Finde ich gut :)

Gestern Abend war wieder Samstag und Zeit für Party weil viele vom Hostel nicht arbeiten müssen. Die Musik war um 5 Uhr morgens erst aus und es war ein riesen Spaß gewesen! Einfach mal wieder ein wenig Abwechslung zur alltäglichen Arbeit.

Morgen geht es dann in die dritte Woche meines Needling Jobs auf der Simpsons Farm. Ich hoffe, dass wir gut durchkommen in den fünf Wochen und vor Weihnachten mit allen Bäumen fertig sind. Denn der kurzzeitig einsetzende Regen verbietet uns die Arbeit. Sobald es anfängt zu regnen, hören wir auf und arbeiten nicht weiter, wodurch sich das Arbeitszeitfenster weiter nach hinten verschieben kann. Da ich aber gerne in Ruhe Weihnachten "feiern" und kurz danach meine Reise weiter gen Norden nach Cairns fortsetzen möchte, um mir dort für drei Wochen einen Bulli zu mieten mit dem ich dann durch das innere Australiens reisen möchte, wäre es für mich recht unpassend, wenn der Job länger als noch drei Wochen geht.

Was das weihnachtliche Feeling hier betrifft. Ich bin sichtlich enttäuscht von der tristen Weihnachtsstimmung hier unten. Bisher habe ich noch kein einziges Haus im Dorf ausmachen können, was eine Weihnachtsbeleuchtung angebracht hat (Außer einem Campingplatzbewohner, der mit seinem Wohnwagen hier lebt. Dort ist Tag und Nacht sein Vorgarten beleuchtet).
Die warmen Tage, der Pool und der Umstand, dass hier kein Schnee liegt, macht alles eigentlich so Schöne an  Weihnachten kaputt. Ich bin gespannt wie sich das in den nächsten Wochen hier entwickeln wird.
Ob es hier so eine Art Weihnachtsbaum gibt, weiß ich leider gar nicht. Bisher habe ich noch nirgend einen Ableger davon gefunden :)

Neuer Job für 5 Wochen - Needling auf der Simpsons Farm

Ich habe am letzten Sonntag dann endlich erfahren, dass einer der mit Anwerber für den längere Job auf der Simpsons Farm, abgesagt hat!
Das hieß, dass ich aufgerückt und den Job bekommen konnte.

Der erste Tag auf der Simpsons Farm hat sich sogleich als erstes organisatorisches Unternehmen herausgestellt. Man bekam Arbeitskleidung, eine Sicherheitseinweisung und einen Ansprechpartner!

Needling, was ist das?
Ich wusste es erst auch nicht und konnte mir nicht viel drunter vorstellen. Im Nachhinein ist es recht logisch, wenn man das Wort ins Deutsche übersetzt. Wir "impfen" auf einer Avokadofarm Bäume, die von Würmern und Insekten befallen sind.
Dazu ziehen wir jeden Morgen zunächst 1500 100ml Spritzen mit einer Chemikalie phosphoric acid auf, nachdem wir die Spritzen gewaschen haben.
Danach fahren wir mit den Spritzen in die befallenen Reihen, in denen der Befall beseitigt werden muss. Dazu haben wir kleine Quad's mit Ladefläche und extra Stromgenerator. Diesen benötigen wir für die Bohrmaschinen, mit denen wir, je nach Größe des Baumes zwischen einem und 5 Löcher in die Avokadobäume bohren. Danach werden die Spritzen in die Löcher gedreht. Man muss sich die Spritzen mit einer großen stumpfen Spitze vorstellen, die vorne ein Schraubgewinde hat. Damit schrauben wir die Spritzen dann in die Löcher.

Wir bilden immer verschiedene Teams. Wir sind sechs Leute, und immer zwei Leute bilden ein Team.
Ein Team bohrt den ganzen Tag die Löcher, ein anderes Schraubt den ganzen Tag die Spritzen in den Baum und das dritte Team sorgt dafür, dass die entleerten Spritzen aus den Bäumen gezogen und wieder neu aufgefüllt werden.

Der Job ist wirklich klasse, wenn aber nicht gerade einfach. Sehr schwierig ist es, weil die Avokadobäume sehr ungünstig wachsen. Sie verzweigen sich schon nach 5-10cm unter dem Boden, wodurch man nicht gut an den Stamm herankommt um zu bohren und zu schrauben, wo aber die Spritzen gesetzt werden müssen.
Der Job geht jetzt noch 4 Wochen und ich bin nach der ersten Woche schon wahnsinnig kaputt gewesen, weil man sich an jedem Baum bücken muss um zu schrauben und danach wieder aufsteht!
Und das bei ca. 500 Bäumen/Tag.
Dafür gibt's viel Geld. ca. 19$/Stunde bei 8 Stunden/Tag :)

Neue Deutsche und eine unglaubliche Party

An dem Wochenende sind einige Deutsche hier angereist. Einmal 3 Mädchen, die sich einen Campervan gemietet haben und jetzt für eine Woche zum Arbeiten hergekommen sind. Leider hat es mit dem Abreiten nicht ganz geklappt, weil es nur Tomaten gab, und das wollten sie sich auch nicht antun!
Außerdem zwei weitere Deutsche Mädchen, die wie ich auch, mit dem Greyhound Bus in Australien unterwegs sind und hier stopp gemacht haben um einmal die Erfahrung des Arbeitens mitzuerleben. Sie sind nicht gezwungener Maßen aufs Geld angewiesen gewesen, weollten aber doch gerne ein Mal schauen wie das Arbeiten hier so aussieht. Auch sie haben nicht ein Mal einen ganzen Tag auf der Tomaten Farm ausgehalten und haben dann in Childers eher "Urlaub" gemacht ;)



Auf jeden Fall war es sehr amüsant hier wieder ein wenig Leute um einen rum zu haben, die man versteht. Wir haben gegrillt und gechillt :D
Ganz spaßig gewesen.
Außerdem waren wir dann am Anfang der Woche auf einer austraischen Haus Party eingeladen worden. Die Deutschen Mädchen waren zusammen im Woolworth einkaufen und wurden plötzlich von einem Mädchen angesprochen, die sie zu einer Party in ihrem Haus eingeladen hat.
Da hier alles nicht so eng gesehen wird, dachten wir, wir sagen das dem ganzen Hostel weiter und gehen mit dem ganzen Hostel (Franzosen, Dänen, viele Deutsche, etc.) zu der Party :D
Sie hat den Mädels im Geschäft schließlich angeboten, wir können noch mehrere mitbringen^^



Die Party war mehr als komisch. Die ganze Wohnung war eine WG von Jugendlichen. Die eine war 18 (die uns angesprochen hat), hat letztes Jahr ihre Schule beendet und seit dem macht sie nur Party. Es leben noch 2 andere Jungen im Haus, die ebenfalls nichts machen und ein älterer, der Arbeiten geht. Der war aber zu der Zeit, als wir angekommen sind noch immer auf der Arbeit.
Es sah überall total unaufgeräumt aus, auf dem 30 Zoll Flatscreen lief Grand Theft Auto. Wer bock hatte zu spielen, nahm sich einen der X360 Controller und spielte drauf los. Es erschien mir alles wie im Film, weil man da hätte alles mitnehmen können und es so selbstverständlich erschien, dass jeder dort ein und ausgehen kann und alles mitbenutzen kann, was die da liegen haben.
Ich weiß nicht woher die das ganze Geld haben, aber es wurde und dann doch ein wenig zu viel, als sich ein 16 jähriger dann irgend wann eine Crack Pfeife angesteckt hatte und das ganze drohte aus den Rudern zu laufen. Jedenfalls hatten wir keine Lust dann irgendwann die Polizei vor der Tür stehen zu haben, und dann später noch zur Verantwortung gezogen werden, warum die Jugendlichen hier alle kiffen...











Dann ist mir noch ein Kühlschrank aufgefallen bevor wir gegangen sind. Der hatte ÜBERALL Dellen in der Tür, als wenn jemand mit einer Pistole drauf geschossen hätte. Es waren sicherlich über 100 Einschläge. Mir schickte dann die Mitbewohnerin ein Video von einer letzten Party. Was da geschehen ist; seht selbst:


Wir waren dann ganz froh wieder zu hause zu sein und wollte den Australiern mal ihren Spaß haben lassen...

Wochenendsjob auf dem Kornfeld :)

Mein letzter richtiger Beitrag ist nun schon über zwei Wochen her. Das liegt nicht daran, dass hier so wenig los ist, sondern, dass ich keine Zeit finde, meinen Blog weiterzuschreiben =)
Daher werde ich jetzt einiges nachholen!



Nach dem Tag auf der Tomatenfarm, habe ich mir geschworen, diesen Job erst einmal nicht mehr nachzugehen und zu warten, bis der kaputte Trecker auf dem Feld von Jack Bush, wo ich die Planen und die Wasserversorgung der Zucchiniplantage abziehen musste, wieder funktioniert.
Das war dann auch gleich zwei Tage später, und ich hatte wieder meinen "alten" Job wieder.

Leider konnte ich auf dem Feld wieder nur zwei Tage arbeiten, weil dann ein Blatt des Pflugs vom Trecker abgebrochen war. Bis dies repariert gewesen wäre, hätte es ca. eine Woche gedauert und ich habe ihm dann gesagt, dass ich mir einen neuen Job suchen würde und er sich nicht wundern soll, falls ich dann nicht mehr da bin. Er meinte, dass wäre eine gute Idee, weil es wirklich dauert bis der Pflug wieder funktioniert und das Feld sowieso nur noch Arbeit für zwei weitere Tage bot und nahezu fertig war.

Daher habe ich mich gleich an dem Tag (Freitag den 12.11.2010) mit der Tante aus der Vermittlung in Verbindung gesetzt und nach einem anderen Job gefragt. Ich hatte da gerade wahnsinniges Glück, dass ich zu diesem Zeitpunkt dort gewesen bin, weil gerade ein Wochenendsjob für 2 Tage auf einem Getreidefeld reingekommen ist. Außerdem hatte sie mir von einem Job auf der Simpsons Farm erzählt, wo zwei Leute gebraucht werden für fünf Wochen, die Plätze schon jemand anderen versprochen worden sind, aber die sich das noch überlegen wollten. Sie meinte, wenn sie den Job nicht machen wollen, dann wäre ich der nächste. Ich habe ihr sofort gesagt, dass ich den Job auf jeden Fall machen würde!



Die zwei Tage auf der Getreidefarm waren irgendwie total überflüssige Arbeit. Wir waren ca. 10 Leute dort, und mussten die Frucht des Korns aus jeder einzelnen Pflanze auf dem Feld reißen. Die Arbeit war total easy, weil die Früchte nur in den Halmen steckten und wir sie nur kurz raus ziehen mussten. Aber das halt über ein ganzes Feld! Was die ganze Sache für einen Sinn hatte, weiß ich leider nicht!

Ich konnte mich da ein wenig mit ein paar Franzosen unterhalten, weil die Arbeit sowas von langweilig war^^
Mein Geld habe ich aber schon bekommen :)

Weitere Videos aus Childers

Ich habe leider momentan sehr wenig Zeit und es ist mir nicht möglich, viel zu schreiben. Daher gibt's kurzer Hand Videos.







Ein paar Videos als Nachtrag



Alles nur Tomaten

Wir haben immernoch "Day Off" also "frei" von meiner Farm. Da habe ich gefragt, ob ich solange mit bei den Tomaten arbeiten darf. Das bringt zwar nicht viel Geld (2$/20ltr. Eimer Tomaten), aber man tut etwas und bekommt wenigstens das Hostel rein.

Aber ich habe noch nie so etwas UNORGANISIERTES GESEHEN!
Die ganzen Supervisor hatten selber von nix eine Ahnung. 
Die arbeit an sich ist nicht schwer, aber man wird ständig angemeckert, dass die Tomaten zu klein, zu grün, zu rot sind. Die müssen eine Mindestgröße haben, eigentlich grün sein, aber ganz leicht anfangen rot zu werden. Man muss also suchen, weil der ganze Busch nur voller grüner Tomaten ist. Aber das wäre noch gar nicht so schlimm, da bekommt man irgendwann den Blick dafür. Aber nebenbei muss ich auch noch alle zu kleinen Tomaten pflücken und zum Abfall werfen und alle matschigen, vergammelten Tomaten ebenfalls abpfücken und zum Abfall legen. Das macht fast mehr arbeit als die "richtigen" Tomaten, für die ich eigentlich nur Geld bekomme, zu pflücken. Wenn man das mit dem Abfall aussortieren nicht macht, darf man seine ganze Reihe nochmal von vorne beginnen. Manchmal habe ich mich wirklich angestrengt und der Supervisor meinte trotzdem (ohne englisch zu können), dass ich nochmal 50 Meter zurück solle.
Dann kommt der und kontrolliert die Tomaten in den Eimern ob die auch alle gut sind; schmeißt mir zu kleine aus dem Eimer und ich muss den wieder neu auffüllen.
Dann sollte ich einmal einen vollen Eimer in einen leeren kippen (ich wusste erst gar nicht warum und dachte ich solle das nur machen, weil es ihm Spaß macht mir beim Arbeiten zuzugucken). Er hatte das aber gemacht, um zu gucken, ob ich "schummele", da viele unten im Eimer nur grüne Tomaten hineintun und oben dann die guten, oder manche packen unten auch Stängel und Gebüsch in den Eimer, damit der schneller voll wird.
Naja wir waren da dann halt irgendwie 2 Stundne am Arbeiten und ich hatte 8 Eimer voll. Also 8$/Stunde, was echt ein Hungerlohn ist wenn man für 4$ eine Flasche Wasser kaufen kann und man aber mindestens 4lrt. am Tag dabei haben muss. (Sonst darf man nicht arbeiten!) Ich trinke aber immer Leitungswasser---
Nach zwei Stunden mussten wir das erste Feld wechseln. Also 500 Meter irgendwo immer den Anderen hinterher. Niemand hat uns bescheid gesagt, dass wir woanders hingehen müssen. Wir waren noch nicht einmal mit unserer Reihe fertig, da sind die Supervisor schon losgegangen zum anderen Feld und wir mussten dann suchen wo die sind. Und das ist da alles RIESIG und die Büsche sind zu hoch um gesehen zu werden und drüber zugucken....
Nach einer halben Stunde haben wir dann welche von denen gefunden. Auf dem Feld waren wir dann nur noch eine Stunde, wo ich aber dann nur 2,5 Eimer voll bekommen habe, weil die Tomaten MIKRIG waren. Der halben Eimer wurde nicht mehr bezahlt, und voll füllen konnte ich ihn nicht mehr, weil es keine Tomaten mehr gab!-.-
Auf zum nächsten Feld, das war zum Glück etwas größer und wir sind dann bis um 3 Uhr Nachmittag dort geblieben und haben gepflückt, hatte ich dann insgesamt 32 Eimer voll und es sah alles so aus als wäre jetzt Schluss, weil wir auch keine Supervisor gesehen haben, die einem eigentlich immer eine neue Reihe gegeben haben wenn man eine Reihe Tomaten abgepflückt hat.
Das war naürlich falsch!

Wir sollten auf ein 4. Feld, dass diesmal aber ca. 2KM weit entfernt war. Da ist uns (ich habe dort eine Gruppe mit 4 Deutschen getroffen und mich mit denen angefreundet) schon der Kragen geplatzt. Dann sind wir aber doch mit, (was blieb uns anderes übrig; nach Hause ins Hostel konnten wir nicht weil die Farm 40KM vom Hostel entfernt liegt)
Da auf der 4. Farm habe ich dann nicht nur einen! Supervisor gefragt, wie lange das denn heute überhaupt geht (weil die uns das auch nicht gesagt haben). Aber der erste meinte, dass wisse er selber nicht. Dann habe ich gefragt wovon das abhängt, wie lange wir arbeiten müssen, oder wer ihm das sagt. Das wusste er auch nicht.!? Schon sehr komisch.
Dann habe ich einen anderen Supervisor gefragt, der aber immer nur ja oder nein gesagt hat, und das gar nicht auf die Frage gepasst hat und sich dann heraus gestellt hat, dass er selber gar kein Englisch sprechen konnte. Der hat mich einfach nicht verstanden!
Wie kann das sein??? Wie kann man denn einen Supervisor (also Abteilungsleiter oder sowas in Deutschland) einstellen, der in einem englisch sprachigem Land KEIN WORT ENGLISCH KANN???
Es haben sich dann eigentlich alle Europäer zusammengefunden und entschlossen, den Tag nicht mehr zu arbeiten, weil es einfach nur menschenunwürdig ist bei den Bedingungen zu arbeiten!
Man fühlt sich da echt wie ein Sklave, oder ein Tier!
Keiner sagt einem, was passiert und deuten einem nur an, dass man schlecht gearbeitet hat.Aber da wir nicht wussten, wie lange wir arbeiten müssen, haben wir einfach gewartet. Und gewartet. Und gewartet.

Und dann wurde es um halb 7 dunkel!!! UND DIE CHINESEN UND THAIS WAREN IMMER NOCH AM ARBEITEN!!!
Wir haben mittlerweile fast 4 Stunden gewartet!?
Dann war um halb 7 ENDLICH SCHLUSS! VON 6 UHR MORGENS AN; ALSO ÜBER 12 STUNDEN OHNE PAUSE! Aber die Chinesen, Thais und das ganze asiatische Volk haben die ganze zeit weitergearbeitet, ohne eine Pause gemacht zu haben! Die kriegen ihren Mund wirklich NICHT auf. Es kommt mir so vor, als interessiere sie gar nicht, wie lange sie noch arbeiten müssen.
Dann war wie gesagt um 18:30 Uhr Schluss und der Supervisor musste noch Schilder von jedem einsammeln, mit denen man seine Tomateneimer markiert hat. Das hat der mit JEDEM EINZELND gemacht und das in einer Liste abgehackt. Und auch nur EIN SUPERVISOR von 10. Die anderen standen da nur rum! Ich bin da verrückt geworden. Wir waren 80 Leute die da gearbeitet haben und jeder hatte diese Schilder, die er einzeln abgeben musste. Dann war es schon fast 7 Uhr.
Und DANN!! kam er erst auf die Idee unseren Bus vom Hostel anzurufen, der erstmal losfahren muss und 40KM zur Farm braucht! (anstatt das VOR dem Einsammel dieser Schilder zu machen!?)
Dann haben sich die Supervisor und alle die, die mit dem Auto gekommen sind, verpisst, und wir standen da wie bestellt und nicht abgeholt irgendwo mitten im DUNKELN auf so einer hintersten Ecke einer riesigen Plantage!
Ich hätte da nicht wieder auf die Straße gefunden! Zumal es auch noch dunkel war und man nichts mehr sehen konnte. Kalt war es mittlerweile auch schon...


Es kam dann zum Glück nach einer halben Stunde der Bus und wir waren dann viertel vor 8 oder so zu Hause und morgen geht dass dann wieder um 6 Uhr los. Um 5 Uhr fährt der Bus vom Hostel ab, aufstehen muss man ja auch eine dreiviertel Stunde früher wenn man sich noch fertig machen muss und etwas frühstücken will.
Außerdem hatte ich den ganzen Tag nichts gegessen.

Naja also ich habe mich entschieden erstmal BESTIMMT NICHT nochmal Tomaten zu pflücken. Die, die morgen um 4 Uhr aufstehen, tun mir wirklich nicht leid, weil die selber alle so doof sind!
Die Arbeit ist wirklich nicht schwer, aber es ist alles unorganisiert, unmenschliches verhalten der Suervisor UND zu niedrig bezahlt!

Ich habe dann also für 9 Stunden Arbeit 64$ bekommen (Weil ich ja um 15 Uhr aufgehört habe). Normalerweise bekommt man in Australien immer bessere Löhne im Vergleich zu Deutschland. Und von den 64$ werden auch noch Steuern abgezogen.
Na herzlichen Dank!

Ein Boxkampf unter Männern und herabfallende Käfer.

Die Abende sind trotz der Einöde hier in Childers abwechslungsreich.
Eines Abends, die Sonne ist schon untergegangen und ich wollte schon fast schlafen gehen, höre ich mit meiner Zimmergenossin plötzlich lautes Gelächter von draußen.
Als wir aus unserem Zimmer rausgestürmt sind, standen ca. 15 Backpacker nebeneinander auf dem Feld und beobachteten 2 Kängurus hautnah beim Boxkampf.
Da es so dunkel ist konnte man leider kein Foto mehr machen. Aber ich war selber sehr überrascht, wie menschenähnlich die boxenden Kängurus aussahen. Auf zwei Beinen stehend, sich gegenseitig in die Augen blickend, standen die die zwei Kängurus sich mit hochgehaltenen Fäusten gegenüber. Echt unglaublich, wie das aussah!

Einen Abend später, saßen wir draußen auf der Terrasse, als plötzlich kleine Käfer wie vom Himmel regneten. Überall waren schwarze Punkte und man konnte das "Aufprallen" auf den Boden hören. Die Käfer hatten alle eine etwas härtere Schale und lebten alle noch. Konnten aber wohl aus irgend einem Grund auf einmal nicht mehr fliegen. Als hätte jemand den Strom abgestellt, der sie antreibt!

Die fliegenden Käfer in der Küche sind ebenfalls alle heruntergefallen und lagen überall auf der Küchentheke und im Waschbecken herum. Der Anblick war IRRE. Man kann es auf den Bilder leider nicht einmal nahezu nachempfinden. Aber es war auch etwas eklig, weil die Käfer natürlich nicht nur um einen herum gefallen sind, sondern sich auch überlal in den Haaren verfangen haben und sie, wie schon erwähnt, eben nicht tot sind, sondern alle noch auf dem rücken krabbelten. Richtig auf dem Boden krabbeln konnten sie auch nicht, da sie alle mit dem Rücken auf dem Boden lagen. Sehr merkwürdig das ganze.

Am nächsten Tag waren nahezu alle Käfer wie weggezaubert. Nur die totgetretenen Käfer lagen noch auf der Erde. Dazu muss man sagen, dass es tagsüber geregnet hat, ich denke das kann damit irgendwas zu tun haben.

Neuer Job; andere Leute; schräge Vögel

Eigentlich hat sich nicht viel geändert seit meinem letzten Eintrag. Die Zwiebelfelder waren abgeerntet und ich konnte gleich einen Tag später schon wieder woanders anfangen. Tomaten pflücken wäre im Moment nur zu haben, hatte mir die Vermittlerin gesagt. Ich habe vorher shcon gehört, dass der Job sehr schlecht bezahlt ist, da man je 20 Liter Eimer Tomaten nur 2$ bekommt. Da viele Tomaten noch nicht reif genug, oder schon überreif sind, muss man dort auch noch aussortieren und darf von allen Tomaten nur 10% in sienen Eimer legen, sodass man am Ende des Tages maximal 30 Eimer voll bekommt. Aber wenn es nichts anderes gibt dachte ich mir.

Und dann stand ich plötzlich für "labouring" auf der Arbeitsliste. Leider konnte mir die Frau nicht genau sagen was das ist, also bin ich einfach mal hingefahren. Jetzt arbeite ich mit 2 Taiwanern und ich glaube einem Engländer zusammen auf einer großen Farm die ca. 10 Zucchini-Felder besitzt. Diese sind aber schon abgeerntet und wir müssen nur die Plastikplane, durch die die Zucchinis gewachsen waren, entfernen und die Wasserleitungen aus dem Boden ziehen. Der Job ist echt eine Erholung im Vergleich zum Zwiebel-pflücken!
Man bekommt hier 18$/Stunde und der Farmer ist die meiste Zeit gar nicht vor Ort, sodass wir auch "unser eigenes Tempo" wählen können. Der Arbeitstag geht nun von 7-15 Uhr, was im Durchschnitt den selben Lohn wie auf der Zwiebelplantage ergibt.

Die Taiwaner sind echt cool drauf; das sind zwei Cousins, die hier gemeinsam unterwegs sind. Sie sind beide 28 Jahre, was man ihnen aber keineswegs ansieht. Als ich mein Alter verraten habe, waren sie ein wenig erschrocken wie jung ich bin und wie man mit 20 Jahren so eine Tour machen könnte - ich wusste gar nicht, dass ich langsam graue Haare bekomme :D
Der Engländer ist auch so um die 30 Jahre alt, hält sich aber irgendwie immer zurück und wirkt sehr schüchtern.

Gestern Abend hat es kurz bevor ich eingeschlafen bin an meine Zimmertür geklopft. Ein Deutscher (er erinnerte mich sehr an Philipp Schröter und dachte im ersten Moment er stünde vor mir; hab mich voll erschrocken!) stand vor der Tür und war recht aufgebracht. Er hatte von den Italnienern nebenan erfahren, dass in dem Zimmer ein Deutscher wohnt. Er sei gerade angekommen und brauchte wohl irgend wen zum "Dampf" ablassen.
Auf jeden Fall hatte er mich gefragt in was für einer Absteige er hier gelandet wäre und was er da für einen "scheiß" Job bekommen hätte. Er war für die Tomaten pflücken eingetragen worden und sah es nicht ein für 60$/Tag morgens aufzustehen und lies sich bei mir mit seiner Wut aus, was mir gar nicht gefallen hat, weil ich gerade schlafen gehen wollte...
Er hat sich schließlich für die Arbeit abgemeldet und wartet jetzt eine Woche hier und fährt dann weiter, wenn er nichts besser Bezahltes bekommt.

Nebenbei bemerkt muss zugeben, dass die Vermittlerin wirklich ein wenig rassistisch ist in der Hinsicht, wie sie wem, welche Arbeit zuteilt. Mir fällt auf, dass besonders Deutsche immer recht gut bezahlte Jobs zugewiesen bekommen. Natürlich vermittelt sie auch den Bewohnern, die schon längere Zeit hier wohnen einen besseren Job. Da besonders viele Asiaten für die Arbeit auf der schlecht bezahlten Tomatenplantage zugeteilt werden (momentan gibt es nichts anderes, daher ist der Deutsche dort auch hingekommen), gehe ich davon aus, dass dies besonders deswegen geschieht, weil sich die Asiaten weniger über die schlechten Arbeitsbedingungen beschweren wie Europäer. Nahezu alle Europäer, die auf der Tomatenplantage angefangen haben, haben innerhalb 3-5 Tagen einen anderen, bessere Job (sobald etwas anderes zur Verfügung steht).