Und dann stand ich plötzlich für "labouring" auf der Arbeitsliste. Leider konnte mir die Frau nicht genau sagen was das ist, also bin ich einfach mal hingefahren. Jetzt arbeite ich mit 2 Taiwanern und ich glaube einem Engländer zusammen auf einer großen Farm die ca. 10 Zucchini-Felder besitzt. Diese sind aber schon abgeerntet und wir müssen nur die Plastikplane, durch die die Zucchinis gewachsen waren, entfernen und die Wasserleitungen aus dem Boden ziehen. Der Job ist echt eine Erholung im Vergleich zum Zwiebel-pflücken!
Man bekommt hier 18$/Stunde und der Farmer ist die meiste Zeit gar nicht vor Ort, sodass wir auch "unser eigenes Tempo" wählen können. Der Arbeitstag geht nun von 7-15 Uhr, was im Durchschnitt den selben Lohn wie auf der Zwiebelplantage ergibt.
Die Taiwaner sind echt cool drauf; das sind zwei Cousins, die hier gemeinsam unterwegs sind. Sie sind beide 28 Jahre, was man ihnen aber keineswegs ansieht. Als ich mein Alter verraten habe, waren sie ein wenig erschrocken wie jung ich bin und wie man mit 20 Jahren so eine Tour machen könnte - ich wusste gar nicht, dass ich langsam graue Haare bekomme :D
Der Engländer ist auch so um die 30 Jahre alt, hält sich aber irgendwie immer zurück und wirkt sehr schüchtern.
Gestern Abend hat es kurz bevor ich eingeschlafen bin an meine Zimmertür geklopft. Ein Deutscher (er erinnerte mich sehr an Philipp Schröter und dachte im ersten Moment er stünde vor mir; hab mich voll erschrocken!) stand vor der Tür und war recht aufgebracht. Er hatte von den Italnienern nebenan erfahren, dass in dem Zimmer ein Deutscher wohnt. Er sei gerade angekommen und brauchte wohl irgend wen zum "Dampf" ablassen.
Auf jeden Fall hatte er mich gefragt in was für einer Absteige er hier gelandet wäre und was er da für einen "scheiß" Job bekommen hätte. Er war für die Tomaten pflücken eingetragen worden und sah es nicht ein für 60$/Tag morgens aufzustehen und lies sich bei mir mit seiner Wut aus, was mir gar nicht gefallen hat, weil ich gerade schlafen gehen wollte...
Er hat sich schließlich für die Arbeit abgemeldet und wartet jetzt eine Woche hier und fährt dann weiter, wenn er nichts besser Bezahltes bekommt.
Nebenbei bemerkt muss zugeben, dass die Vermittlerin wirklich ein wenig rassistisch ist in der Hinsicht, wie sie wem, welche Arbeit zuteilt. Mir fällt auf, dass besonders Deutsche immer recht gut bezahlte Jobs zugewiesen bekommen. Natürlich vermittelt sie auch den Bewohnern, die schon längere Zeit hier wohnen einen besseren Job. Da besonders viele Asiaten für die Arbeit auf der schlecht bezahlten Tomatenplantage zugeteilt werden (momentan gibt es nichts anderes, daher ist der Deutsche dort auch hingekommen), gehe ich davon aus, dass dies besonders deswegen geschieht, weil sich die Asiaten weniger über die schlechten Arbeitsbedingungen beschweren wie Europäer. Nahezu alle Europäer, die auf der Tomatenplantage angefangen haben, haben innerhalb 3-5 Tagen einen anderen, bessere Job (sobald etwas anderes zur Verfügung steht).



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